Im Mai 2009 erscheint:
Sigfrid
Karg-Elert
Lieder
für hohe und mittlere Stimme und Klavier
Bärenreiter
Urtext
Herausgegeben von Ernst Breidenbach und Markus
Schäfer
mit einem Vorwort von Marcus Imbsweiler
BA
9159 ca. € 29,95
Seit den 1970er
Jahren wird Karg-Elerts Orgel-, Harmoniumund Klaviermusik
systematisch wiederentdeckt, das Liedschaffen wurde aber zunächst
ausgespart. Zu Unrecht, denn seine etwa 200 Sologesänge sind
hochrangige Kompositionen, die zudem eine Fülle an Formen,
vom durchkomponierten bis zum Strophenlied, musikalisch
einschließen. Zur Wiederentdeckung dieser Kleinodien trägt
Herausgeber Ernst Breidenbach auch mit etlichen Konzerten und
einer Einspielung ausgewählter Lieder auf CD bei.
Die von Karg-Elert
vertonten Textdichter entstammen fünf Jahrhunderten;
auffällig allerdings, dass sich hierunter viele Autoren
finden, die, obwohl Zeitgenossen des Komponisten, den
ästhetischen Idealen des 19. Jahrhunderts verpflichtet sind
und deren Poesie sich eher an den Normen der Klassik und Romantik
als an aktuellen Strömungen der Dichtkunst orientiert. Einen
Sonderfall bildet der Lessing-Zyklus, mit dem der Komponist schon
aufgrund seiner Textwahl neue Wege einschlägt. Karg-Elert
galt unter Kollegen wie in der Musikwelt als Außenseiter:
Er orientierte sich nicht nur an der deutschen, sondern an der
europäischen Avantgarde um Debussy, Skrjabin und dem jungen
Schönberg, und diese grenzüberschreitende ästhetische
Orientierung musste im zunehmend konservativen Klima der
Nachkriegsjahre auf Ablehnung stoßen.
Inhalt
Op.
19 Die Kunstreiterin (1905) / Op. 52 Acht Gedichte (1905): Am
Strande / Halbtraum / Wolken über See / Ausblick / Wie eine
Aeolsharfe / Schwarze Rose / An eine Verlorene / Sterbender
Schiffer / Op. 53 Stimmungen und Betrachtungen (1905): Lauf der
Welt/ Träumende See / Anklang / Vision / Gruss / Op. 56 Zehn
Epigramme von Gotthold Ephraim Lessing (1907) / W 33 Drei
Gedichte (aus: Stundenleid und Ewigkeit): Wach auf (1916) /
Zwiefacher Text / Kapitän Tod / W 34 Zuletzt (1916) / W 4
Müde (1900)
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