Der Pianist Ernst Breidenbach, gebürtiger Langener, studierte bei Werner Hoppstock (Klavier) und Rainer Hoffmann (Klavierkammermusik) an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, bevor er am dortigen Konservatorium schon sehr früh seine erste Anstellung als Klavierpädagoge erhielt.
Seine Konzertkarriere begann als Preisträger im Bundeswettbewerb der Konservatorien, Akademien und Hochschulinstitute der Bundesrepubklik Deutschland. Erste Soloauftritte wurden von der Presse enthusiastisch gefeiert.*
Ernst Breidenbach hat zahlreiche CD-Veröffentlichungen und Rundfunkproduktionen (HR, BR, DW, DRadio, MDR, SWR) gemacht. Hierbei hat er mit Dirigenten wie Lucas Vis (RSO Frankfurt) und Frank Ollu (Ensemble Modern) zusammengearbeitet. Höhepunkte seines Schaffens sind die Einspielung der Klavierwerke Sigfrid Karg-Elerts, eine CD mit Klavierwerken des 20. Jahrhunderts und seine Aufnahmen der Bach- und Händelvariationen von Max Reger und Johannes Brahms. Eine besondere Rarität stellen die Einspielungen der wichtigsten Duos für Kunstharmonium und Klavier mit Johannes Matthias Michel dar, die sich nicht nur in Kennerkreisen nach wie vor grosser Beliebtheit erfreuen. Die Duos von Alexandre Guilmant wurden in der Zeitschrift FonoForum mit dem Stern des Monats ausgezeichnet und in einem Interpretenporträt besonders hervorgehoben.
Als Liedpianist sind in jüngerer Zeit Einspielungen mit dem lyrischen Tenor Markus Schäfer dazugekommen: je eine Auswahl der Lieder von Sigfrid Karg-Elert und Max Reger, die ebenfalls hervorragende Besprechungen in der internationalen Fachpresse erhalten haben. Ausserdem betreuten beide Künstler als Herausgeber die Veröffentlichung einer Auswahl der Karg-Elert Lieder bei Bärenreiter und unterrichteten bei Meisterkursen in Leipzig und Darmstadt.
Aktuell finden Aufnahmen mit dem Geiger Christoph Schickedanz statt: eine Werkauswahl für Violine und Klavier des deutsch-niederländischen Komponisten Julius Röntgen. Schwerpunkte seines Schaffens stellt auch die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten dar, wie etwa die mit reinhold finkbeiner bis zu dessen Tod im Frühjahr 2010 oder mit Marko Zdralek, einem der interessantesten deutschen Komponisten der jüngeren Generation.
*Der Pianist gab bei Mozarts Klavierkonzert eine beeindruckende Vorstellung. Sein ausgeglichenes, heiter anmutendes Spiel zeigte Mozart als den "Götterliebling", wie er im Buche steht. Das Konzert gewann durch die Bestimmtheit in der plastischen Gestaltung des Klavierparts, durch dessen Ebenmaß, das von keinen unnötigen Forcierungen beeintächtigt wurde, so viel an faszination, dass man es gerne öfter hören würde.
Er besitzt Klangsinn und eine Anschlagskultur, die es ihm erlauben, gesangliche Linien expressiv auszuspielen, virtuoses Figurenwerk als "Kontrapunkt" - nicht als Selbstzweck - darzustellen, markante Oktav- und akkordstellen ohne falsche Zurückhaltung, aber auch ohne übertriebenes Pathos herauszuheben.